Bikepacking Lake Tahoe: Tag 9

Gnarly Roads, take me home🎤…… to the place, I belong🎤…

Doch Frage ist: Wohin gehören wir? An unseren lieb gewonnenen Freund, den Lake Tahoe, auf den Heimweg, oder in eine der einheimischen Imbissbuden, die uns ebenfalls ans Herz gewachsen sind?

Bevor wir zur Beantwortung dieser Gretchenfrage kommen, noch ein paar Infos zum Lake Tahoe. Er liegt auf der Grenze zwischen Nevada und Kalifornien, rund drei Autostunden von San Francisco entfernt auf 1900müm, ist fast so groß wie der Bodensee, aber 500m (!) tief. Umgeben von 3000ern bestimmen schneereiche Winter und staubtrockene, warme Sommer das Klima hier – der Traum aller Schweizer Tourismusdirektoren. Zahlreiche Skigebiete locken im Winter die Schneesportler an, im Sommer sind es hauptsächlich Camper, Wassersportfreunde, Outdoorsportler oder Zocker.

Heute ging's mal wieder sehr früh los, wir wollten noch vor dem Frühstück den Rubicon Trail absolvieren, der quasi bei unserem Zelteingang startete. Er führt über 10km malerisch direkt am Seeufer des Lake Tahoe entlang. 

Man würde sich auch in Kalifornien keine Freunde machen, wenn man da am Sonntag Nachmittag durch biken würde. 

Entgegen unserer Annahme handelte sich dabei jedoch nicht um einen breiten Spazierweg, sondern um einen ziemlich ruppigen, anspruchsvollen Trail mit ständigem auf und ab. 


Die Emerald Bay war am frühen Morgen, mit Ausnahme einiger Boote, welche vor Anker lagen, menschenleer.






Nach einem kurzen Stück auf der Straße fanden wir einen Laden, der ausgesprochen feinen Cappuccino feil bot und auch unsere hungrigen Mägen mit einem US-typischen, schwer verdaulichen Frühstück wieder auf Kurs brachte.

Mittlerweile hatten wir auch beschlossen, dass wir – entgegen unserer ursprünglichen Absicht – nicht an unseren Startort zurück kehren werden, sondern erstmals den Lake Tahoe komplett umrunden. 

Die Spuren des letztjährigen Rekordwinters sind selbst hier am See überall sichtbar. Man braucht kein Prophet zu sein, um sich auszumalen, wie schwer das Fortkommen in den entlegenen Gegenden südwestlich des Lake Tahoe werden würde.

Natürlich haben wir auch Kundschafter ausgeschickt, welche uns per Facebook ein Bild unseres ursprünglich geplanten Rückwegs übermittelten. 😬 Da war die Entscheidung dann glasklar…


foto by Josh Bruhn

Wir werden euch selbstverständlich auf dem Laufenden halten, wie's weitergeht.

Was den heutigen Tag angeht, so hatten wir uns für die zweite Hälfte der Etappe ein würdiges Finale ausgesucht. 

Vom See aus ging's direkt ziemlich "gnarly" auf einer ehemaligen Waldstraße steil bergauf Richtung Stanford Peak. 




So oft wie heute hatten wir unsere kleinsten Gänge noch nie einsetzen müssen. Nach 12 km anstrengendem, rumpligem Klettern trafen wir wieder auf zwei alte Bekannte: Zum einen den Tahoe Rim Trail, zum anderen die Altschneefelder, die hier im Norden immer noch ab gut 2000müm zu finden sind. 




Auch die lange Abfahrt war standesgemäß "gnarly" und stellte Mensch und Material wieder auf eine harte Probe. 


Ein kurzer Gegenanstieg führte uns auf eine Anhöhe mit wunderschönen Hochmooren, wo farbenprächtige Blumen blühten.




Unten am See angekommen, fühlten wir uns wie zu Hause. Vor sechs Tagen hatten wir ja bereits hier übernachtet. 


Foodmarket, Strand und Wäscherei- routiniert wie alte Tahoe-Hasen spulten wir unser Etappenfinale ab.

Wir wünschen allen einen guten Wochenstart und sind gespannt, was uns morgen erwartet.

3 Gedanken zu „Bikepacking Lake Tahoe: Tag 9“

  1. Irgendwie hat man sich schon fast an diese Postkartenbilder gewöhnt, und dann ist doch wieder eins dabei, bei man echt schmachten muss. Genial, weiter so und gutes Trailscouten!

  2. Vielen Dank für die äusserst interessanten Berichte und die wunderschönen Fotos. Sehr spannend, euch aus der Ferne zu begleiten.
    Häbet nech sorg.
    Uele

  3. wir werden morgen inbrünstig die Natinalhymne auf eure Heldenfahrt anstimmen! Das Feuerwerk dürft ihr selber zünden

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