Es ist also wieder soweit. Am 01.07.2024 brechen wir zu einem neuen Bikepacking-Abenteuer auf.
Wir beide feiern dieses Jahr einen runden Geburtstag.
Nun, der 20-igste ist es leider nicht! Auch nicht der 30-igste und nein, auch nicht der 40-igste. Zeit also, für ein richtiges Abenteuer!
Der Colorado Trail. Es handelt sich dabei um einen 780 Kilometer langen Pfad aus Singletrails, Wanderwegen, Holzfäller- und Bergbaustraßen, der sich von der Mündung des Waterton Canyon, wo sich die Rocky Mountains prominent über die Hochebene von Denver erheben, bis zur Stadt Durango in der südwestlichen Ecke des Bundesstaates am Westhang der Colorado Rocky Mountains erstreckt. Dazwischen durchquert der Colorado Trail acht Gebirgszüge, sechs Nationalforste, sechs Wildnisgebiete und fünf große Flusssysteme.

In jedem der sechs Wildnisgebiete ist das Fahrradfahren verboten; es verstößt gegen Bundesvorschriften. Durchreisende Radfahrer müssen jedes der Wildnisgebiete umfahren.
Für mich ist der Colorado Trail kein Unbekannter. Im 2006 stellte ich mich zusammen mit Werner, meinem Bike Mentor meiner Jugend, schon einmal dieser Herausforderung. Damals war Bikepacking für uns noch gänzlich unbekannt und von praktischen Bags oder Leichtbau war keine Rede. Statt GPS mit integrierter Karte, wie dies heute der Fall ist, wurden laminierte Papierkarten mitgeführt und die Wasserfilter, welche wegen des Beaver Fever Pflicht sind, brauchten damals ewig um ein paar Deziliter Wasser zu filtern. Da dies für beide der erste Trip in dieser Form war, zahlten wir auch eine Menge Lehrgeld. Unsere mühsam organisierten Nahrungsmittel wurden bereits beim Zoll beinahe vollständig beschlagnahmt. Die ganze Story von damals (ein ziemliches Gejammer) ist hier nachzulesen. Gerade deswegen blieb diese Reise für mich wohl bis heute unvergessen. Es ist quasi die Mutter aller meiner Bikepacking-Abenteuer. Als Dani dann für unseren Jubiläumstrip den CT vorschlug, war ich ziemlich schnell überzeugt. Habe ich doch noch diverse Rechnungen mit dem Trail offen! Dazu im Verlaufe des Trips sicher mehr…
Geologie:
Der CT erhebt sich von einer Höhe von 1680m in den Ausläufern der Front Range und klettert bis zu einer Höhe von 4047m in den San Juan Mountains. Er schlängelt sich durch Täler und Canyons unterhalb von Klippen aus Eruptivgestein und führt über hohe Gipfel aus archaischem Granit und Leadville-Kalkstein. Er schlängelt sich durch Wälder aus Ponderosa- und Latschenkiefern, Douglas- und Weißtannen, Engelmann- und Colorado-Blaufichten, Zitterpappeln und schmalblättrigen Pappeln, Bergerlen, Piñons und Wacholder. Sie durchquert Salbeibüsche und Bergwiesen, die in den leuchtenden Farben der Wildblumen erblühen, und steigt über dramatischen, trostlosen Stein- und Tundralandschaften in die Wolken auf.
Geschichte:
Der Colorado Trail hat viele Anfänge. Wo genau man die Entstehungsgeschichte des Trails beginnen soll, ist eine Frage der Perspektive. Der Colorado Trail wurde 1990 zum ersten Mal mit dem Fahrrad befahren, 1988 zum ersten Mal erwandert und 1987 offiziell gebaut – im selben Jahr, in dem die Colorado Trail Foundation, die gemeinnützige Organisation, die alles rund um den Colorado Trail überwacht, gegründet wurde. Nach Angaben der Colorado Trail Foundation wurde der Trail 1974 „geboren“, als seine Mutterorganisation, die Colorado Mountain Trails Foundation, gegründet und die Route des Trails kartiert wurde, obwohl sie noch nicht fertiggestellt war. Bill Lucas, ein Förster des United States Forest Service, hatte 1970 die erste Idee für den späteren CT. Bergleute, Holzfäller, Felljäger und Pelztierjäger haben seit Jahrhunderten Abschnitte des Weges befahren. Auch indigene Völker sind Jahrtausende lang auf Pfaden gewandert, die eines Tages den Colorado Trail bilden sollten.
Schwierigkeitsgrad:
Der CT gehört zweifellos zu den härteren Langstrecken-Bikepacking-Routen. Die Trail-Bedingungen sind oft technisch, mit steilen, felsigen, wurzeligen Anstiegen und zahlreichen spannenden, mit Steinen übersäten oder treppenartigen Abfahrten.

Andernorts ist es zum Glücke etwas einfacher; ein großer Teil der Strecke ist durch flowige Singletrails gekennzeichnet. Obwohl die Verpflegungsstellen gut ausgestattet sind, ist der Weg zwischen ihnen oft sehr abgelegen. Man muss mit der Höhe und den Stürmen in der Sommermonsunzeit rechnen; letztere erfordern eine strategische Planung und eine gute Kenntnis des Geländes. Je nach Jahreszeit ist es relativ einfach, Wasser zu beschaffen, was ein logistisches Puzzleteil aus dem Weg räumt.
Lauf- und Tragepassagen:
Bike Schieben/Tragen sind ein fester Bestandteil des Colorado Trail-Erlebnisses. Als grobe Schätzung halten wir den Trail für über 90 Prozent befahrbar – je nach Können, Ausrüstung, Frische der Beine, Wetter und Akklimatisierung. Obwohl es viele Radwanderungen auf dem CT gibt, sind die meisten relativ kurz, obwohl es auch einige längere Strecken gibt, die man bewältigen muss. Jedenfalls sollte man sein Rad gut schieben oder tragen können.

Herausforderungen:
Schnee, Wetter, Bären, Höhe, Mosquitos, Wasser, Verpflegung, etwa in dieser Reihenfolge!

Highlights:
Haben wir euch bereits abgeschreckt? Es gibt natürlich auch seehr viele Highlights! Einzigartige, unberührte, hochgelegene Singletrails. Und das kilometerlang! Umwerfende Wildblumenpracht im Frühling und Frühsommer. Wahnsinnige Herbstfarben im späten September.
Das Durchqueren einer reichen Vielfalt an alpinen Landschaften, Hochwüsten, Grasland und interessanten Bergstädten. Und vor allem A-B-E-N-T-E-U-E-R, wurde Abenteuer schon erwähnt?

Streckendaten:
Distanz: 539mi (867km)
Höhenmeter: 72,500 fuss (22,098m)
Höchster Punkt: Coney Summit 13,271 fuss (4,045m)

Fahrzeit: ~15 Tage
Teilnehmer:
DANI
Aus dem Glarnerland
Ex-Rennfahrer (Rennrad), Biker, Skitourenläufer

MAT
Usem Bärnbiet
Ex-Rennfahrer (Bike), Biker, Skitourenläufer

Hallo zämä.
Ig wünschä öich auäs Guätä zu däm Abätür u fröiä mi scho uf ä Reisebricht.
Lg Barni
Merci Barni!!!
If you want to go fast, go alone. If you want to go far, go together.
Have fun!
Hey Mat eifach nume die beschte Wünsch Öich zwee. E müglechscht Schnee- u Bärefreie CT.
Dr Septämber 2006 blibt i unvergäslecher Erinnerig. Häbiz guet✊✊ Werner
Lieber Dani
Lieber Mat
Schön dass ich wieder auf eurer Tour dabei sein darf Die unterhaltsame Story vom Flughafen besagt doch: wer zuletzt lacht, lacht am Besten. und Dani: geduldig warten und dann bekommst du zum Glück nicht sondern dein Bike.
Es freut mich ganz besonders, dass Engel auch bei euch beiden mitreisen. Aber gell bitte nur so schnell fahren, dass sie mithalten ♂️. können.
Freue mich auf die nächsten Berichte von euch. Spannung und Unterhaltung puuuur.
Liebe Grüsse
Moni & Andy
Nach so vielen Jahren kann ich es ja nun mal sagen. Ich lag damals wochenlang beim Cola Automaten auf der Lauer und hab gewartet, bis ihr Euer Paket da versteckt. Sorry nochmal Jungs, nix für ungut…
Lieber Evan, jetzt da du es nach all den Jahren zugegeben hast, kann ich endlich ruhig schlafen. Danke! Falls du noch immer irgendwo auf der Lauer liegst, wünsche ich dir eiskalte Füsse! 😉
Ich hoffe, die Riegel haben dir geschmeckt?!