Als wir gestern vernommen hatten, dass am Col D‘ Izoard heute „slow up“ (autofrei) angesagt war, stand unser Plan fest: Früh aus den Federn und gepäcklos die Supertour ab Izoard Passhöhe, die wir beide schon länger mal unbedingt abfahren wollten, unter die Stollenreifen nehmen.
(Für alle, die weder auf Strava noch im Velobusiness heimisch sind: KOM, also King of the Mountain, wird neudeutsch für den Bergpreiskönig verwendet.)
Unser Tag begann schon mal ziemlich gut. Der Wind blies kräftig von hinten, die Temperatur war angenehm und die Passstrasse zum Galibier wenig befahren, gut rollend und moderat steil.
Gute Voraussetzungen also für die heutige Königsetappe.
Herrlich hatten wir in Super-Doucy geschlafen und bis auf ein Bier auch alle unsere Einkäufe vom gestrigen VIP Supermarché in unsere Mägen befördert.
Wir verabschiedeten uns von Engel Numéro deux und schwangen uns mit regenerierten Beinen und Engelsandwich im Gepäck auf unsere Carbonrössli und galoppierten Richtung Col de la Madeleine.
Leider auf einem von schweren Lastwagen malträtierten und durch die gestrigen Gewitter aufgeweichten Skiweg.
Eigentlich begann er schon gestern Abend, der Beistand der Engel. Die Unterkunft war super, der Pilz-Risotto sagenhaft, heute Morgen ein Grand-Déjeuner.
Nach dem knüppelharten Bonhomme gestern waren wir froh, dass der erste Aufstieg auf Asphalt, im Wald und mit moderater Steigung erfolgte. Die einzige Barrage heute war die am Lac de Saint Guérin – eine Staumauer.
Wir waren gespannt, welche Hindernisse uns die Désoléten heute in den Weg stellen würden.
Spoiler: Wir wurden nicht enttäuscht.
Es begann schon vor dem Frühstück. Mme Google empfahl uns eine Croissanterie in 4min Velodistanz. Sie entpuppte sich als vermutliche Autobahnratstätte. Jedenfalls waren sämtliche Wege, die in diese Richtung führten, mit haushohen Gittern und Schranken verbarrikadiert.
Nach einer halben Stunde waren wir zurück auf Feld 1 und Mme Google spuckte nun aus unerfindlichen Gründen ein „Café de la Gare“ in einem Kilometer Entfernung aus.
Für den Teilnehmer aus dem Fernen Osten ging’s bereits vor dem ersten Güggelschrei los. Und nach einem Cappuccino in Martigny zäumten wir dann auch zeitig unsere Carbonrössli und ritten motiviert rein in den ersten Wanderweg, welcher uns bereits nach zehn Metern von den Rössern zwang.
Weiter ging es durch feuchtes Dickicht, bis wir schliesslich auf einem schönen alten Postkutschenweg mit 37 nummerierten Kehren Richtung Les Marecottes trabten.
Dem E-Biker verschlug es ab unserem Trab glatt den Tritt!
Zum Glück verbarg sich der Aufstieg fast durchgehend im Wald, denn Petrus hatte seinen Glutofen bereits angeschaltet.
Es ist also endlich wieder soweit. Am 27. Juni 2026 brechen wir zu einem neuen Bikepacking-Abenteuer auf. Es sollen diesmal die Westalpen werden. Wir bewegen uns dabei hauptsächlich in den historischen Regionen Savoyen (Savoie) im Norden und die Dauphiné im Süden.
Die Westalpen bieten ein spektakuläres Netzwerk aus hochalpinen Singletrails und alten Militärstrassen.
Erstellt mit der KI von Copilot – Bei uns wird das natürlich viel spektakulärer!
Die Regionen Savoyen und die Dauphiné spielten als strategische Alpenbastionen eine zentrale Rolle während der beiden Weltkriege, insbesondere durch die Verteidigung der französischen Alpenpässe (die sogenannte Alpine Line) und den Aufbau von geheimen Maquis-Widerstandszentren. Beide Gebiete litten schwer unter Besatzung und brutaler Partisanenbekämpfung.
So, da sitzen wir also. Es regnet wie aus Kübeln, zudem ist es unangenehm windig und frisch geworden. Zum Glück hat die Firma Fritschi ihrem Firmengebäude ein Vordach spendiert unter welches wir uns verkriechen können, kurz nachdem Petrus all seine Schleusen geöffnet hat.
Da regnet es wenistens nur von der Seite.
Jetzt hängt jeder an seinem Handy und versucht verzweifelt, diese eine rettende Nummer anzurufen, aber niemand geht ran. Das wäre auch zu einfach!
Ich habe nun das komplette Video unseres Colorado Trail Bikepacking Trips fertig und online. Es ist sehr lang, aber ich wollte möglichst alle Eindrücke verwenden und möglichst viel vom CT zeigen. Primär hab ich das Video für uns zur Erinnerung gemacht, aber vielleicht hat ja einer von euch Lust, sich das anzuschauen. Ich hab vor unserer Reise genau solche Sachen gesucht, um vorbereitet zu sein.
Das Video kann übrigens tageweise angeschaut werden. In der Youtube Beschreibung sind die einzelnen Tages-Timestamps verlinkt und die Timeline unter dem Video zeigt die einzelnen Tage auch an.