Heute ging’s zum ersten Mal ans Eingemachte. Schon zehn Minuten nach unserem ausgiebigen Burrito-Breakfast drückten wir unsere kleinsten Übersetzungen bei maximaler Pulsfrequenz zum Trailhead hoch. Wir waren eindringlich gewarnt worden vor der Ten-Mile-Ridge – und das zu Recht.
Es war der bisher schwerste, längste und vor allem höchste Pass auf unserer Abenteuerreise.
Zum Glück hatten wir genau für solche Aufstiege extra kleinere Übersetzungen montiert, als wir sie zu Hause verwenden. (26×9-50 für die Experten unter euch).


Und doch: wir hätten es schlimmer erwartet. Der ganz grosse Teil war – wenn auch mit ziemlich hohem Kraftaufwand – fahrbar.


Was uns ebenfalls beruhigte: es scheint, als hätten wir uns langsam akklimatisiert hier. Klar war‘s hart. Aber dem Tod haben wir nicht in die Augen geschaut bergauf…







… und zum Glück auch bergab nicht. Im Gegenteil! Eine spannende, flüssige, hochalpine Abfahrt, wie man sie auch in den Schweizer Alpen findet.


Unten in Copper Mountain gönnten wir uns erstmal einen Zmittag. Und kauften mal wieder Tortillas, Käse und Brotaufstrich für den Znacht. Es stand nämlich nochmals ein harter Aufstieg bis auf 3700müm bevor. Und die Nacht müssen wir diesmal wieder im Zelt verbringen.



Nun, der Aufstieg war wirklich knochenhart, ewig lang und die Luft extrem dünn.
So dünn, dass sogar den Murmeltieren auf 3700 müM das Pfeifen verging. Vielleicht fehlen ihnen auch die Feinde. Oder sie hörten, wie wir aus dem letzten Loch pfiffen und checkten, dass von uns definitiv keine Gefahr drohte. Wir wissen es nicht.








Was wir aber wissen: Die Abfahrt war extrem spassig! Und die Bergauf-Strapazen schon nach der zweiten Kurve vergessen! Wir schossen die 1000 Höhenmeter jauchzend talwärts. Und wurden nach knapp 6 Meilen im Camp Hale ausgespuckt.



Hier wurden ab 1942 die Amerikanischen Soldaten im Skifahren unterrichtet und auf Krieg unter extremen Winterbedingungen vorbereitet. Ausser einigen Ruinen und den Eisenbahnschienen sahen wir jedoch wenig davon. Dafür die leise Vorahnung, dass die Nacht im Zelt hier kalt werden könnte…
Nun, die Sache mit dem Zelt war leichter gesagt als getan, wie wir schon bald merken mussten. In der Ebene ist campen verboten, und der nahe Zeltplatz für Gruppen reserviert.
Ein paar Aufreger und 6 Kilometer später fanden wir dann doch noch einen Campground. Obwohl in the middle of nowhere und ausgebucht, haben wir in verdankenswerter Weise von drei nicht mehr ganz jungen Damen Asyl auf ihrem Stellplatz erhalten. Mehr noch: eine Gallone Wasser und ein wärmendes Feuer gab’s ebenfalls noch for free dazu.

Nun sind wir gespannt, wie wir in unseren Superleicht-Schlafsäcken die Nacht überstehen. Und hoffen, dass ihr euch keine Sorgen um uns macht und trotz fehlendem Blog infolge kehLAN gut ins Wochenende gestartet seid.

Die Moskitos freuten sich übrigens sehr über unsere Ankunft ohne Insektenschutz!

Hoi zäme
Unglaublich schöne Bilder und ein wundervoll geschriebener Blog, der mich beim Lesen fast jeder Zeile zum Schmunzeln bringt und ein Lächeln auf mein schon (lach-) faltenreiches Gesicht zaubert.
You guys just make my day every day so far! Thx a lot und gnüsset’s eifach wiiterhin ! Life is good!
liebi Grüess, This