Bikepacking Schweizer Uralpen: Tag 6 – Mit Materialvertrauensbruch und Panachweh in die Belle Époque

Heute wollten wir endlich ins Wallis kommen. Wir starteten auf dem Oberalppass. Unser erstes Ziel war die Maighelshütte.

Dani wollte sich die “Stupa” anschauen, welche die Hüttenwarte zum Gedenken an Dani’s leider viel zu früh verstorbenen Cousin Urs errichtet hatten.

Nach einem Schwatz mit dem jungen Hüttenwart-Paar ging’s weiter in Richtung Maighelspass.

Die zahlreichen Altschneefelder hatten die Bäche anschwellen lassen, so dass wir ein paar abenteuerliche Bachdurchquerungen zu meistern hatten.

Zu unserer Freude schafften wir den Aufstieg fast komplett fahrend.

Die Abfahrt nach Andermatt hatten wir noch deutlich steiniger und schwieriger in Erinnerung. Freunde gut gepflegter Flowtrails werden sie zwar nach wie vor verfluchen – wir hingegen hatten großen Spaß dran. Zumal die Umgebung großartig und das Wetter kaiserlich war.

In Andermatt angekommen, brachten wir unseren Zuckerhaushalt wieder in Ordnung. Und entdeckten drei Risse in Dani’s Vorderrad. Das erschütterte sein Vertrauen ins Material natürlich in den Grundfesten.

Nichts desto trotz entschlossen wir uns zur Weiterfahrt. Wenn auch mit etwas demütigeren Fahrstil bergab.

Da sich unsere Lust auf Lärm und Abgase in Grenzen hielt, beschlossen wir den Furkapass auszulassen und stattdessen im Goms den Aufstieg zur Galmihornhütte ins Programm zu nehmen.

Dies hatte zudem die angenehme Folge, dass Mat ausnahmsweise nicht mit Verdauungsstörungen nach dem Mittagessen zu kämpfen hatte.

In den letzten Tagen hatte er jeweils in der ersten Stunde nach unserem Mittags-Radler über seltsame Symptome geklagt. Wie uns die konsultierten Ärzte versicherten, handelte es sich hierbei um das selten auftretende Panachweh.

Nun, die 900 Höhenmeter zur Galmihornhütte absolvierten wir in zügigem Tempo. Einzig kurz ausgebremst vom Hüttenwart, welcher uns in seinem Subaru entgegen kam und unmissverständlich klar machte, dass er Vortritt habe und Biker absteigen und ins abschüssige Gelände fliehen müssten, wenn sie seinen Weg kreuzen würden.

Wir werden diese regionale Gommer Verkehrsregel beim nächsten mal selbstverständlich beachten. Und auch dann nicht bei ihm einkehren.

Die Abfahrt auf dem Gommer Höhenweg- infolge Danis gebrochener Felge mit etwas weniger gewagten Fahrmanövern – gestaltete sich anfänglich etwas mühsam, wurde jedoch immer spaßiger und zauberte schließlich uns beiden ein breites Grinsen ins Gesicht.

Dieses Lächeln wich auch bei der anschließenden Pflichtübung auf der alten Binntalstrasse nicht von unseren Gesichtern. Und schon gar nicht, als wir unser Hotel aus der Belle Époque im schmucken Binn entdeckten. Wo noch genau ein Zimmer für uns frei war.

Nach einem Belle Dîner liegen wir nun in unseren gut gefederten Belle Lits und hoffen auf ein erfolgreiches Finale morgen über den Saflischpass nach Brig.

Drückt unseren Felgen und Mägen die Daumen!

Ein Gedanke zu „Bikepacking Schweizer Uralpen: Tag 6 – Mit Materialvertrauensbruch und Panachweh in die Belle Époque“

  1. Deine Felge, Dani, wird hoffentlich wissen, dass sie noch bis Brig durchhalten muss…! Geniesst den morgigen Freitag noch, war immer spannend, am Abend von euren Abenteuern und extra Challenges zu lesen!

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