Herrlich hatten wir in Super-Doucy geschlafen und bis auf ein Bier auch alle unsere Einkäufe vom gestrigen VIP Supermarché in unsere Mägen befördert.
Wir verabschiedeten uns von Engel Numéro deux und schwangen uns mit regenerierten Beinen und Engelsandwich im Gepäck auf unsere Carbonrössli und galoppierten Richtung Col de la Madeleine.
Leider auf einem von schweren Lastwagen malträtierten und durch die gestrigen Gewitter aufgeweichten Skiweg.


In Super-Doucy bauen sie grad eine nigelnagelneue Sesselbahn auf 1200 müm. Klimawandel scheint man hier in Hochsavoyen ähnlich ernst zu nehmen wie die Schweizer Fussball-Nati… die Dame an der Reception fragte uns vorhin nämlich, ob wir Schweizer auch an der WM mitmachen würden.

Nun, der Weg wurde immer besser, und noch vor dem Mittag erreichten wir gemeinsam mit zahlreichen Gümmelern die Madeleine Passhöhe.







Nach einem Cappuccino, bei dem zum ersten Mal nicht nur Farbe und Preis, sondern auch der Geschmack stimmte, ging’s auf den Downhill.
Sage und schreibe 16km Trail und über 1700 Tiefenmeter in atemberaubender Landschaft warteten auf unsere Stollenreifen!
Immer wieder fühlten wir uns in unser Coloradotrail-Abenteuer zurückversetzt! Grandios!















3h später im Talboden bei brütender Hitze wussten wir, dass der angenehme Teil des Tages nun vorbei war.
Zuerst 17km auf Nebenstrassen durch das enge, von Verkehr und Aluminium-Industrie geprägte Maurienne-Tal.



Es war schon zur Römerzeit einer der wichtigsten Heer- und Handelskorridore zwischen Italien und Frankreich, und erlebte deswegen auch grausame Zeiten im zweiten Weltkrieg.
Für uns folgte nun aber ein 1100-Höhenmeter-Anstieg auf den Col d‘Albanne.


Die Kraxlerei auf dem sehr zäh rollenden Split-Belag erwies sich für den nicht mehr ganz jungen D. als ziemlicher Leidensweg. Dabei hatte er sich doch tags zuvor unsterblich in die Haute Savoye und ihre Engel verliebt!
Anders als in Goethes Roman gab‘s diesmal jedoch ein Happy End für die Protagonisten.



Nebst der leckeren Pizza im Zielort Valloire am Fusse des berühmt-berüchtigten Col du Galibier war dies zum einen der unerwartet gute Trail nach der Albanne-Passhöhe.
Zum anderen aber, dass die eigentlich gesperrte „Piste communale de Lecherenne“, welche durch furchteinflössende Felswände führt und offensichtlich von heftigen Unwettern heimgesucht wurde, passierbar war.




If not… wäre unser Zielort heute definitiv nicht mehr erreichbar gewesen.
Und wer weiss, wie dann die Geschichte des jungen D. ausgegangen wäre…
