Bikepacking CT Tag 8: Bikepacking-Masterabschluss in der Todeszone

Man hatte uns gewarnt. Eindringlich gewarnt. “Todeszone des Coloradotrails”, “lot of hike-a-bike”, “thunderstorm-area”.

Kurz: Sowas wie heute hatten wir uns und unseren Bikes in 15 Jahren Bikepacking noch nie zugemutet. Kopf leer, Beine wie Pudding und Arme wie nach 200 Straf-Liegestützen in der RS.

Aber alles der Reihe nach:

Die ersten 25km erfolgten auf dem weltbekannten “Monarch Crest Trail”, einer der Sorte “muss man einmal im Leben gemacht haben”. Grandios! Er startet am Monarch Pass auf knapp 3500 müM, bietet unfassbar schöne Landschaft, Trailspass bis zum Abwinken und endet unglaubliche 55km und 2000 hm später in Poncha Springs.

Wir hingegen blieben ständig auf dem Hochplateau. Wie es sich für den Coloradotrail gehört, natürlich in ständigem Auf und Ab. Diesmal aber konstant an oder über der Baumgrenze – eindrücklich und wunderschön!

Zum ersten Mal kreuzten auch Hirsche unseren Trail. Und Moto-Cross-Fahrer.

Zu unserem Leidwesen sind die auf diesem Abschnitt des Coloradotrails – weiss der Teufel wieso – auch mit von der Partie.

Und sie hatten ganze Arbeit geleistet. Der Abschnitt ist an und für sich schon steiniger, steiler und anspruchsvoller als der Rest des Coloradotrails. Wenn dann aber noch Motorräder da drüber brettern, wird’s ganz schwierig auf dem Bike. Zeitweise war der Weg eine einzige Geröllhalde und auch bergab nur am Limit fahrbar. Unsere Bikes fühlten sich an wie wilde, unzähmbare Mustangs. Ein Rodeoritt über 8.5h, 75km, 2100 Höhenmeter obsi und 2600 Höhenmeter nidsi. In einer Höhe, in der man in der Schweiz Pickel und Steigeisen braucht.

Eigentlich hätten wir geplant gehabt, nach gut 50km zu campieren.

Heerscharen von angriffslustigen Moskitos schafften es allerdings in wenigen Minuten, uns davon zu überzeugen, dass wir vielleicht doch noch nicht so kaputt waren, wie wir glaubten.

Nun, 2h später haben wir wieder mal irgendwo im Nirgendwo unser Zelt aufgestellt und versuchen, zeitweise bei prasselndem Regen im Zelt, dann wieder am Lagerfeuer, diesen unglaublichen Tag zu verarbeiten.

Vergessen werden wir ihn nie mehr, das ist klar.

2 Gedanken zu „Bikepacking CT Tag 8: Bikepacking-Masterabschluss in der Todeszone“

  1. Ihr sind aso würggli närschi Cheibä…. und das friiwillig. Krass, Hut ab, hebet Sorg.

  2. Geil beim Enduro und Motocross wäre ich auch wieder dabei, eigentlich würde ich mich wohler fühlen auf dem Motorrad über diese Trails zu brettern 😉

Die Kommentare sind geschlossen.