Für den Teilnehmer aus dem Fernen Osten ging’s bereits vor dem ersten Güggelschrei los. Und nach einem Cappuccino in Martigny zäumten wir dann auch zeitig unsere Carbonrössli und ritten motiviert rein in den ersten Wanderweg, welcher uns bereits nach zehn Metern von den Rössern zwang.

Weiter ging es durch feuchtes Dickicht, bis wir schliesslich auf einem schönen alten Postkutschenweg mit 37 nummerierten Kehren Richtung Les Marecottes trabten.

Zum Glück verbarg sich der Aufstieg fast durchgehend im Wald, denn Petrus hatte seinen Glutofen bereits angeschaltet.



Nach einem ersten schönen Trail brannte die Sonne dann aber im nicht enden wollenden Anstieg zum Lac d Emosson gnadenlos auf uns runter.



Hier endete 2016 eine Etappe der Tour de France, welche der Russe Ilnur Zakarin gewann, während Chris Froome seine Führung im Gesamtklassement weiter ausbaute.
Wir gewannen wunderbare Ausblicke auf den Mont Blanc, immer wieder Brunnentröge zum Abtauchen Medizin gegen unser Panach-Weh auf dem Col du Gueulaz.






Bergab folgte dann ein wunderbarer Trail im Angesicht der höchsten Berge Europas. Mit kniffligen Stellen, welche die Jockeys unserer bepackten Rennpferde immer mal wieder auf die Probe stellten.



Wir schafften es zum Glück sturzfrei zur französischen Grenze, wo uns keine Zöllner, aber der Aufstieg zum Col du Montets auf der Strasse erwartete.

Von da ging’s auf der Rennstrecke des weltbekannten Ultra-Trail-Du-Montblanc in stetem Auf und Ab sowie einem Schlusstrailfeuerwerk runter nach Chamonix, wo wir auf einem Campingplatz einchecken wollten.







Désolé – kein Platz. Etwas anderes hatten wir eigentlich auch nicht erwartet.
Aber vermutlich sahen wir so alt und abgekämpft aus, dass die Dame an der Rezeption plötzlich doch einen Zeltplatz, und sogar noch einen Tisch fürs Nachtessen im Restaurant fand.
Kaum hatten wir unser Zelt aufgebaut, erreichte uns fast aus heiterhellem Himmel ein Gewitter. Fast ebenso überraschend für uns war, dass es auch (Gast-)freundliche Franzosen gibt!

Die einen Zeltnachbarn boten uns ihre Campingstühle, die anderen sogar ihre trockene Markise und ein Bier an! Quelle surprise!

Natürlich ging’s auch im Restaurant nicht ohne französische Gastfeindschaft und Désolékultur – aber wir mussten unsere Mägen nicht mit Escargots de Bougogne füllen und sitzen vollgefressen und Panachwehlos im Trockenen

– Bikepackerherz, was willst du mehr?
Naja, bitzi weniger Regen würde unserem Zelt nicht schaden, aber nach der Hitze heute ist der Schauer auch eine willkommene Abkühlung. Wir sind hin- und her gerissen!