Die Nacht war erstaunlich angenehm auf 3700 müM.
Klar, man schläft auf einem 200gr-Mätteli in Tödihöhe nicht wie im eigenen Bett, aber man gewöhnt sich dran.
Wie immer wenn wir zelten, gabs zum Frühstück Tortillas mit Honig und/oder Mandelbutter. Zum Zmittag dann übrigens jeweils Thunfisch im Katzenfutterformat. Kocher führen wir aus Gewichtsgründen keinen mit.
Dann noch Wasser filtern im nahegelegenen Bach und los ging’s.

Heute standen insgesamt acht Pässe auf über 3900 müM auf dem Programm. Weil wir uns immer noch auf diesem gigantischen Hochplateau befanden, waren die Aufstiege nie allzu lang. Doch auf knapp 4000 müM gehen auch 200 Höhenmeter mächtig an die Substanz.







Das Wetter war nach wie vor prächtig, und es dauerte geschlagene drei Stunden, bis wir den ersten Menschen trafen. Tiere hingegen hatten wir so viele wie noch nie zu Gesicht bekommen. Nebst einem Adler und einigen Hirschen natürlich vor allem Erdhörnchen und Murmeltiere, die auch in diesem Teil Colorados zu unserem Erstaunen stumm sind.



Auch wir verstummten immer mehr. Die Anstiege waren teils wirklich brutal und saugten uns die letzten Körner aus dem Tank.



Doch die Szenerie war umwerfend und trieb uns immer weiter an.










Nach vier Stunden auf und ab kamen wir schliesslich am Stoney Pass oberhalb Silvertons an und mussten eigentlich nur noch ins historische Minenstädtchen runterrollen.

Allerdings ist die Strasse von Offroabuggies übelst in Mitleidenschaft gezogen worden, extrem holprig und übersät mit losem Geröll.




Mat ist hier vor 18 Jahren mit dem Bike hoch gefahren- das wär nun kaum mehr möglich.
Nach dem Ende des Gold- und Silberrausches scheint Silverton zum neuen Mekka des Off-roadings geworden zu sein. Wir passierten unzählige verlassene Minen – und wurden im Gegenzug auch immer wieder von Jeeps, Motorrädern und Buggies mit einer dicken Staubschicht überzogen.









Wir erreichten schliesslich ziemlich angezählt Silverton. Buchten ein Hotel und füllten unsere leer gefahrenen Speicher mit Junkfood und Free Refill Cola umgehend wieder auf.
Das waren vier äusserst spannende, eindrückliche und anstrengende Tage im praktisch menschenleeren Hochgebirge.



Nun stehen uns nochmals drei Etappen in abgelegener Wildnis bis zum Ziel in Durango bevor. Es geht schon morgen wieder auf 3800 müM hinauf.
Gemäss Schilderungen anderer Biker soll es nochmals wunderschön, spektakulär und das trailtechnische Highlight des Coloradotrails sein.
Wir haben frische Tortillas gekauft und sind gespannt, was noch kommt. Bis morgen sollten auch wieder Körner im Tank sein. Drückt uns die Daumen!
See ya, Mat&Dani