Bikepacking CT Tag 8: Bikepacking-Masterabschluss in der Todeszone

Man hatte uns gewarnt. Eindringlich gewarnt. “Todeszone des Coloradotrails”, “lot of hike-a-bike”, “thunderstorm-area”.

Kurz: Sowas wie heute hatten wir uns und unseren Bikes in 15 Jahren Bikepacking noch nie zugemutet. Kopf leer, Beine wie Pudding und Arme wie nach 200 Straf-Liegestützen in der RS.

Aber alles der Reihe nach:

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Bikepacking CT Tag 7: Maximalpuls am Ruhetag

Heute stand eine relativ zahme und angenehme Überführungsetappe an, bevor es ab morgen richtig heftig wird.

55 Kilometer und knapp 1400 Höhenmeter tönten überschaubar.

Gemütlich rollten wir, gestärkt durch 9h Schlaf und ein Continental Breakfast, dem Trail entgegen.

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Bikepacking CT Tag 6: Sonntagsfährtli zum Weltuntergang

Wie es sich für einen Sonntag gehört, gönnten wir uns heute etwas mehr Zeit und einen feinen Brunch vor dem Start.

Gestern hatten wir uns mal wieder in bewährter Manier einen Teil eines bereits besetzten Zeltplatzes bei vier jungen Leuten aus Denver erschwatzt. Und nebenbei am Lagerfeuer unsere Englischskills auf Vordermann gebracht und so einiges über Land&Leute hier in Colorado erfahren.

Zum Beispiel, dass hier aktiv Wölfe wiederangesiedelt werden – mit den uns aus der Heimat bekannten Freuden und Leiden.

Nun, die empfindlich kühlen Nachttemperaturen bereiteten uns grössere Sorgen als allfälliges Wolfsgeheul.

Zu unserer Überraschung und Freude bekochten uns die neusten Zeltplatzfreunde vor unserer Weiterfahrt heute Morgen mit French Toast (Fotzelschnitten), Scrambled Eggs (Rührei) und Kaffee! Thank you soooooo much guys, we really appreciated it!

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Dani meint Part 1: Das Wort zum Sonntag

The American Way of Biking.

Obwohl das Mountainbike in den USA erfunden wurde, unterscheidet sich das Biken ennet dem grossen Teich ziemlich stark von dem in den Alpen.

Zum einen wären da die Trails, welche nicht alte Säumerwege und damit möglichst direkte Verbindungen sind, sondern eigens zum Naturgenuss erstellt wurden und meist an einem Parkplatz starten. Sie sind eigentlich nie steil, schlängeln sich wie Flowtrails durch die Gegend und können grundsätzlich in beide Richtungen befahren werden. Hütten oder Alpen sucht man hier vergebens. Erlaubt ist in der Regel wandern, reiten und bio-biken, E-Bikes sind auf den allermeisten Trails verboten.

Weil Forst- oder Nebenstrassen hier etwa gleich gängig wie Donald-Trump-Supporter in der Schweiz sind, ist man eigentlich konstant auf Wanderwegen unterwegs. Was bedeutet, dass man für 20km auch mal einen ganzen Tag einplanen muss.

Da der Durchschnitts-Ami seine klimatisierte Komfortzone nur zum Jagen oder Fischen verlässt, kriegt man auch selten brauchbare Auskünfte zu Wegführung oder

Verpflegungsmöglichkeiten. „Only 10 Minutes away“ bedeutet in der Regel eine knappe Viertelstunde auf dem Highway, also 30km entfernt…

Obwohl stets freundlich, sind die Biker oder Wanderer, denen wir begegnen, in der Regel ziemlich freakig, eher wortkarg und fast ein wenig missionarisch unterwegs.

Und noch was: Da UNSERE Motoren hier statt mit Müesli mit Junkfood betankt werden, sind unsere Verdauungstrakte stillgelegt. Wir vermissen unterwegs also auch keine Toiletten…

Bikepacking CT Tag 5: Kulturschock am Halfmoon Creek

Dass die Rückkehr in die Zivilisation uns nicht besonders leicht fiel, überraschte uns nicht. Aber sicherlich nicht so und auch nicht heute.

Aber alles schön der Reihe nach:

Dank Primaloftjacken und Thermowäsche überstanden wir die Zeltnacht in Camp Hale erstaunlich unbeschadet.

Und die Trails bis Leadville waren schön und trotz Höhenlage nicht überaus anstrengend.

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Bikepacking CT Tag4: Wo selbst den Murmeltieren das Pfeifen vergeht

Heute ging’s zum ersten Mal ans Eingemachte. Schon zehn Minuten nach unserem ausgiebigen Burrito-Breakfast drückten wir unsere kleinsten Übersetzungen bei maximaler Pulsfrequenz zum Trailhead hoch. Wir waren eindringlich gewarnt worden vor der Ten-Mile-Ridge – und das zu Recht.

Es war der bisher schwerste, längste und vor allem höchste Pass auf unserer Abenteuerreise.

Zum Glück hatten wir genau für solche Aufstiege extra kleinere Übersetzungen montiert, als wir sie zu Hause verwenden. (26×9-50 für die Experten unter euch).

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Bikepacking CT Tag 2: Maschinengewehrfeuer zum Zmorgä, saure Beine zum Zmittag und mehLAN zum Znacht

Mr. Jetlag hatte uns diese Nacht in Ruhe gelassen. Und einer von uns beiden hatte sogar sehr gut geschlafen auf 2400müm in unserem 700g-Zelt.

Geweckt wurden wir um 06.00 Uhr von Sonnenstrahlen, Krähengeschrei – und Maschinengewehrfeuer.

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Bikepacking CT Tag 1: Besuch bei alten Freunden

„Ich will keinen Stress am Flughafen!“ Mit diesen Worten kündigte ich Dani an, mein Bike bereits zuhause in die Kiste für den Flug zu verlanden. Dass mir das der Flughafen Zürich übel nahm und mir fortan allerlei Zusatzrunden auferlegte, konnte ich da noch nicht ahnen.

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Bikepacking Colorado Trail: Tourinfo

Es ist also wieder soweit. Am 01.07.2024 brechen wir zu einem neuen Bikepacking-Abenteuer auf.

Wir beide feiern dieses Jahr einen runden Geburtstag.
Nun, der 20-igste ist es leider nicht! Auch nicht der 30-igste und nein, auch nicht der 40-igste. Zeit also, für ein richtiges Abenteuer!

Der Colorado Trail. Es handelt sich dabei um einen 780 Kilometer langen Pfad aus Singletrails, Wanderwegen, Holzfäller- und Bergbaustraßen, der sich von der Mündung des Waterton Canyon, wo sich die Rocky Mountains prominent über die Hochebene von Denver erheben, bis zur Stadt Durango in der südwestlichen Ecke des Bundesstaates am Westhang der Colorado Rocky Mountains erstreckt. Dazwischen durchquert der Colorado Trail acht Gebirgszüge, sechs Nationalforste, sechs Wildnisgebiete und fünf große Flusssysteme.

In jedem der sechs Wildnisgebiete ist das Fahrradfahren verboten; es verstößt gegen Bundesvorschriften. Durchreisende Radfahrer müssen jedes der Wildnisgebiete umfahren.

Für mich ist der Colorado Trail kein Unbekannter. Im 2006 stellte ich mich zusammen mit Werner, meinem Bike Mentor meiner Jugend, schon einmal dieser Herausforderung. Damals war Bikepacking für uns noch gänzlich unbekannt und von praktischen Bags oder Leichtbau war keine Rede. Statt GPS mit integrierter Karte, wie dies heute der Fall ist, wurden laminierte Papierkarten mitgeführt und die Wasserfilter, welche wegen des Beaver Fever Pflicht sind, brauchten damals ewig um ein paar Deziliter Wasser zu filtern. Da dies für beide der erste Trip in dieser Form war, zahlten wir auch eine Menge Lehrgeld. Unsere mühsam organisierten Nahrungsmittel wurden bereits beim Zoll beinahe vollständig beschlagnahmt. Die ganze Story von damals (ein ziemliches Gejammer) ist hier nachzulesen. Gerade deswegen blieb diese Reise für mich wohl bis heute unvergessen. Es ist quasi die Mutter aller meiner Bikepacking-Abenteuer. Als Dani dann für unseren Jubiläumstrip den CT vorschlug, war ich ziemlich schnell überzeugt. Habe ich doch noch diverse Rechnungen mit dem Trail offen! Dazu im Verlaufe des Trips sicher mehr…

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